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Nationalpark Bernardo O'Higgins
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Nationalpark Bernardo O'Higgins

Parque Nacional Bernardo O'Higgins

Öffnungszeiten

Ganzjährig zugänglich — Randgebiete per Boot, Inneres nur per Expedition

Beste Reisezeit

November – Dezember

Schwierigkeit

🥾🥾🥾 Schwer

Aktivitäten

Wandern, Fotografie

📐 3.525.901 km² ⛰️ bis 2.400 m 🚗 2.500 km von Santiago 🕐 ca. 5 Tage einplanen

Der Nationalpark Bernardo O'Higgins ist mit über 3,5 Millionen Hektar der größte Nationalpark Chiles und einer der größten der Welt. Er umfasst das gesamte westliche Patagonien von Aysén bis zur Magellanstraße — ein gewaltiges Labyrinth aus Fjorden, Inseln, Gletschern des Südlichen Patagonischen Eisfeldes und unberührten Regenwäldern. Der berühmte Gletscher Serrano, zugänglich per Boot von Puerto Natales, bietet einen spektakulären Einblick in die Randgebiete dieses einzigartigen Parks.

Der größte Nationalpark Chiles — und einer der wildesten der Welt

Es gibt Nationalparks, die man besucht. Und dann gibt es den Nationalpark Bernardo O’Higgins — einen Park, den man höchstens streift. Mit einer Fläche von über 3,5 Millionen Hektar ist er nicht nur der größte Nationalpark Chiles, sondern auch einer der größten Schutzgebiete der gesamten Welt. Zum Vergleich: Er ist fast so groß wie die Schweiz.

Benannt nach Bernardo O’Higgins, dem Nationalhelden und ersten Staatsoberhaupt des unabhängigen Chiles, schützt dieser Park das westliche Patagonien in seiner reinsten, ungezähmtesten Form. Kein Straßennetz erschließt das Innere. Keine Wanderwege führen durch das Herzland. Das Gebiet ist so abgelegen, dass Teile davon bis heute kartografisch unvollständig sind.

Eine Größe, die den Verstand überfordert

Um die Dimension dieses Parks zu begreifen, helfen Vergleiche:

  • 3,5 Millionen Hektar — größer als die Schweiz (4,1 Mio. ha) und fast so groß wie den Niederlanden
  • Westgrenze: Der Pazifische Ozean mit seinen Fjorden und Kanälen
  • Ostgrenze: Das Südliche Patagonische Eisfeld — das größte zusammenhängende Eisfeld außerhalb der Polarregionen
  • Nördlichste Ausdehnung: Die Region Aysén
  • Südlichste Ausdehnung: Die Magellanstraße

Das Südliche Patagonische Eisfeld allein hat eine Fläche von über 13.000 km² — mehr als der gesamte Kanton Graubünden in der Schweiz. Dutzende Gletscher fließen von diesem Eisfeld direkt in die Fjorde des Parks.

Der Gletscher Serrano: Ihr Tor in diese Wildnis

Für die allermeisten Reisenden ist der Nationalpark Bernardo O’Higgins nur von seinen Rändern aus erlebbar. Und der schönste dieser Zugänge ist der Gletscher Serrano — eine gewaltige Eiswand, die direkt ins Wasser kalbt und per Boot von Puerto Natales erreichbar ist.

Bootstour zum Gletscher Serrano

Die Tagestour ab Puerto Natales ist das Highlight für die meisten Besucher:

Dauer: Ca. 3–4 Stunden Fahrt pro Richtung durch den Fjord Última Esperanza

Was Sie sehen: Wildlebende Kondore über den Felswänden, Delfine und Seelöwen im Fjord, die türkisfarbenen Gewässer des Schmelzwassers, die gewaltige blaue Eisfront des Gletschers aus nächster Nähe

Höhepunkt: Das laute Krachen kalbendes Eises, wenn Eisblöcke in das Gletscherwasser stürzen — ein Naturschauspiel, das Ihnen den Atem verschlägt

Tipp: Viele Bootstouren kombinieren den Gletscher Serrano mit dem benachbarten Nationalpark Torres del Paine. Eine Bootsanfahrt und Rückfahrt per Bus (oder umgekehrt) ist eine beliebte und sehr empfehlenswerte Kombination.

Das Patagonische Eisfeld: Ein Relikt der Eiszeit

Das Südliche Patagonische Eisfeld (Campo de Hielo Sur) ist das drittgrößte Eisreservoir der Welt — nach der Antarktis und Grönland. Es liegt im Herzen des Nationalparks Bernardo O’Higgins und ist der Ursprung zahlreicher Gletscher, die sich wie weiße Flüsse in die tiefen Fjorde ergießen.

Wissenschaftler aus aller Welt kommen hierher, um die Auswirkungen des Klimawandels zu messen. Die Gletscher des Patagonischen Eisfeldes schmelzen schneller als fast alle anderen Gletscher der Welt — eine dramatische Mahnung, diese Wildnis jetzt zu besuchen, solange sie noch in ihrer vollen Pracht existiert.

Tierwelt: Patagoniens Ureinwohner

Trotz — oder gerade wegen — seiner Abgeschiedenheit beherbergt der Park eine außergewöhnliche Tierwelt:

  • Kondor: Der Andenkondor mit seiner gewaltigen Spannweite von bis zu 3,3 Metern kreist regelmäßig über den Fjorden und Felswänden. Er ist das unbestrittene Symbol Patagoniens.
  • Puma: Chiles größtes Raubtier lebt auch in den zugänglicheren Randbereichen des Parks. Sichtungen sind selten, aber möglich.
  • Huemul: Der südandine Hirsch steht auf dem chilenischen Wappen und ist stark gefährdet. Der Nationalpark Bernardo O’Higgins ist eines seiner letzten Refugien.
  • Delfine: Chilenische Delfine und Peale-Delfine begleiten regelmäßig die Boote durch die Fjorde — ein unvergesslicher Anblick.
  • Seelöwen: Auf den felsigen Inseln und Küstenabschnitten des Parks leben große Kolonien südamerikanischer Seelöwen.
  • Albatross und Sturmvögel: Die offenen Gewässer sind Heimat verschiedener Albatross-Arten und Sturmvögel.

Für Expeditionsreisende: Das Innere des Parks

Das Innere des Nationalparks Bernardo O’Higgins ist eine der letzten echten Wildnisfrontieren der Erde. Nur wenige Expeditionen pro Jahr wagen sich in das Herzland des Parks — und das erfordert:

  • Professionelle Expeditionslogistik mit Schiff oder Kleinflugzeug
  • Mehrwöchige Planung und Genehmigungen bei CONAF
  • Komplette Selbstversorgung — keine Infrastruktur whatsoever
  • Erfahrung in patagonischen Expeditionsbedingungen
  • Satellitentelefon als Pflichtausrüstung

Für die allermeisten Reisenden ist die Bootstour zum Gletscher Serrano das richtige und völlig ausreichende Erlebnis.

Anreise: Puerto Natales als Ausgangspunkt

Ab Santiago: Flug nach Punta Arenas (ca. 3,5 Stunden), dann Bus nach Puerto Natales (ca. 3 Stunden). Alternativ: Direktflug nach Puerto Natales (saisonal verfügbar).

Ab Puerto Natales: Puerto Natales ist das touristische Zentrum der Region und Ausgangspunkt für alle Touren in den Nationalpark Bernardo O’Higgins sowie Torres del Paine. Die Stadt bietet eine gute Auswahl an Hotels, Restaurants und Reiseveranstaltern.

Bootstouren ab Puerto Natales: Mehrere Anbieter in Puerto Natales organisieren Tagestouren und mehrtägige Bootsexpeditionen zum Gletscher Serrano und in die Fjorde des Parks. Reservierung im Voraus dringend empfohlen — besonders in der Hochsaison Dezember bis Februar.

Praktische Informationen

  • Eintritt: Kostenlos
  • Beste Basis: Puerto Natales (ca. 3–4h Bootsfahrt zum Gletscher Serrano)
  • Bootstouren: Mehrere Anbieter in Puerto Natales, Preise ca. 80–150 USD pro Person
  • Saison: November bis März — außerhalb sehr schwieriges Wetter
  • Buchung: Bootstouren mindestens 1–2 Wochen im Voraus buchen

Beste Reisezeit

November–März ist die einzig empfohlene Reisezeit für Besucher. Der patagonische Sommer bietet die längsten Tage (bis zu 17 Stunden Tageslicht im Dezember/Januar), die stabilsten Wetterbedingungen und die zugänglichsten Gletscher.

Dezember–Februar ist die Hochsaison — mehr Besucher, aber auch die besten Chancen auf ruhige See für die Bootstouren.

November und März sind die Geheimtipps: Weniger Besucher, noch gute Bedingungen und oft bessere Preise für Unterkünfte in Puerto Natales.

Kombinieren Sie den Park mit Torres del Paine

Der Nationalpark Bernardo O’Higgins und der weltberühmte Nationalpark Torres del Paine liegen direkt nebeneinander. Eine Kombination beider Parks ist nicht nur logistisch sinnvoll — sie ist eines der großartigsten Naturerlebnisse, die Südamerika zu bieten hat:

  1. Tag 1–4: Torres del Paine (W-Trek oder Circuit)
  2. Tag 5: Bootstour zum Gletscher Serrano in Bernardo O’Higgins
  3. Tag 6: Rückfahrt nach Puerto Natales oder Weiterreise

Diese Kombination ermöglicht es Ihnen, zwei der spektakulärsten Schutzgebiete der Welt in einer einzigen Patagonien-Reise zu erleben.

Der Nationalpark Bernardo O’Higgins ist kein Park für Jedermann — und genau das macht ihn so kostbar. In einer Welt, in der kaum ein Flecken Erde unberührt geblieben ist, existiert hier noch eine Wildnis, die sich dem Menschen verweigert. Kommen Sie an seinen Rand. Staunen Sie. Und respektieren Sie seine Grenzen.

Alle Aktivitäten

WandernFotografieCampingBootsfahrtGletscherbeobachtungVogelbeobachtung

Anreise

Der Gletscher Serrano ist per Tagesboot von Puerto Natales erreichbar (ca. 3–4 Stunden). Das Innere des Parks erfordert umfangreiche Expeditionslogistik per Schiff oder Flugzeug. Puerto Natales ist der ideale Ausgangspunkt — auch als Kombination mit Torres del Paine.

Budget-Übersicht

Budget

Camping + Selbstverpflegung

~$30–50/Tag

Komfort

Hostel + Restaurants

~$80–150/Tag

Luxus

Lodge + Vollservice

~$300+/Tag