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Nationalpark Hornopirén
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Nationalpark Hornopirén

Parque Nacional Hornopirén

Öffnungszeiten

Sendero Chaqueihua → Lago Pinto Concha: Tagestouren Einlass 10:00–16:30 Uhr. Übernachtungstouren: Abmarsch bis 12:00 Uhr. Sektor Río Blanco: Einlass 9:00–16:30 Uhr.

Beste Reisezeit

November – Dezember

Schwierigkeit

🥾🥾🥾 Schwer

Aktivitäten

Wandern, Camping

📐 66.195 km² ⛰️ bis 1.572 m 🚗 1.100 km von Santiago 🕐 ca. 2 Tage einplanen

Der Nationalpark Hornopirén wurde am 19. Oktober 1988 gegründet und umfasst 66.195 Hektar in den Provinzen Llanquihue und Palena, Gemeinden Cochamó und Hualaihué. Fast 9.000 Hektar des Parks sind mit Alerce-Bäumen bedeckt — einem der ältesten Lebewesen der Erde. Dazu kommen 3.000 Hektar Gletscher, tiefe Fjorde und der Vulkan Hornopirén (1.572 m). 25 Säugetierarten und 123 Vogelarten bevölkern die Wälder. Der Eintritt ist kostenlos — nur eine Registrierung beim Parkranger am Eingang ist erforderlich.

Das Tor zu Patagonien — kostenlos und ursprünglich

Der Nationalpark Hornopirén liegt an einem der magischsten Übergänge Chiles: dem Punkt, wo die Straße endet und die Fähren beginnen. Hier, wo der Reloncaví-Sund die Carretera Austral unterbricht, beginnt das eigentliche Patagonien. Und der Nationalpark, der diesen Übergang bewacht, ist ein Geschenk für alle, die ihn besuchen: Der Eintritt ist kostenlos — lediglich eine Registrierung beim Parkranger am Eingang ist erforderlich.

Der Park wurde am 19. Oktober 1988 gegründet und umfasst 66.195 Hektar in den Provinzen Llanquihue und Palena, Gemeinden Cochamó und Hualaihué. Er ist bedeckt zur Hälfte von Wald — darunter fast 9.000 Hektar der seltensten und ältesten Bäume der Welt. Den Rest bilden Felszonen, Schnee, Seen, Lagunen und Gletscher.

Der Alerce: Das lebende Fossil des Parks

Die Hauptwaldtypen des Parks sind: Alerce (Fitzroya cupressoides) — fast 9.000 Hektar —, immergrüner Mischwald, Coigüe de Chiloé (Nothofagus nitida), Tepa (Laureliopsis philippiana), Ulmo (Eucryphia cordifolia) und Luma (Amomyrtus luma), unter anderen.

Der Alerce ist der Star unter diesen Baumarten. Mit bis zu 3.000–4.000 Jahren Lebensalter ist er nach dem Bristlecone Pine Nordamerikas und dem Kūstkühn Neuseelands einer der ältesten Bäume der Erde. Seine markante, säulenartige Form und die tief gefurchte rötliche Borke machen ihn unverwechselbar. Im Park wachsen fast 9.000 Hektar dieser urzeitlichen Riesen — eine der bedeutendsten Alerce-Schutzflächen Chiles.

Die Geomorphologie: Eine Landschaft aus Vulkanen, Fjorden und Gletschern

Die Geomorphologie des Parks zeichnet sich durch Flüsse und Fjorde aus, die durch tektonische, vulkanische und glaziale Prozesse geformt wurden und eine Landschaft aus hohen und abrupten Bergen sowie engen und tiefen Tälern geschaffen haben, durch die Flüsse fließen. Es gibt rund 3.000 Hektar Gletscher im Park.

Das ergibt eine Landschaft von außergewöhnlicher Dramatik:

  • Vulkan Hornopirén (1.572 m): Namensgeber des Parks und des Dorfes. Von der Parkzentrale am Lago General Pinto Concha aus ist er dominant sichtbar. Besteigungen des Vulkans sind für erfahrene Wanderer möglich.
  • Fjorde und Kanäle: Das Wasser durchzieht den Park wie Adern — tiefe, stille Fjorde zwischen bewaldeten Hängen
  • 3.000 ha Gletscher: Eisfelder im Hochgebirge, die langsam in die Täler fließen
  • Seen: Lago General Pinto Concha und weitere Bergseen von intensivem Blau

Die zwei offiziellen Wanderwege

Am Südwestende des Lago General Pinto befindet sich das Camping- und Rastgebiet sowie die Wanderwege zum Vulkan Yates und zum Lago General Pinto Concha. Im Sektor Chaqueihua Alto (Beginn des Zugangsweges) gibt es ein Informationsgebiet des Nationalparks mit einem Schild mit grundlegenden Informationen zur Einheit und ihrer Funktionsweise.

Sendero Chaqueihua → Lago Pinto Concha (schwer) ⭐ Hauptroute

Der Hauptzugang und wichtigste Wanderweg des Parks:

  • Zugang: Ab Chaqueihua Alto (10 km ab Hornopirén)
  • Länge bis Parkgrenze: 6,8 km (ca. 4 Stunden Gehzeit ab Chaqueihua Alto)
  • Tageskarte Einlass: 10:00–16:30 Uhr
  • Übernachtungstour: Abmarsch bis 12:00 Uhr
  • Highlights: Alerce-Wälder, Berglandschaft, Blick auf Lago Pinto Concha, Vulkan Yates
  • Schwierigkeit: Schwer — steiler Anstieg, matschige Wege nach Regen

Sektor Río Blanco (mittel)

  • Einlass: 9:00–16:30 Uhr
  • Zugang: Separater Sektor des Parks
  • Highlights: Flusslandschaft, Alerce-Wälder, Vogelbeobachtung

Sendero Volcán Yates (sehr schwer)

Für erfahrene Bergwanderer: Aufstieg auf den Vulkan Yates (2.187 m) mit spektakulären Ausblicken über die Fjordlandschaft Nordpatagoniens. Nur mit Guide empfohlen — keine markierte Route.

Tierwelt: 25 Säugetiere und 123 Vogelarten

Bei den Säugetieren sind rund 25 Arten zu finden, unter ihnen sind der Puma (Puma concolor), die Güiña (Leopardus guigna), der Quique (Galictis cuja), der Graufuchs (Lycalopex griseus), der Coipo (Myocastor coypus), der Pudú (Pudu puda) und der Huemul (Hippocamelus bisulcus) hervorzuheben. Bei den Vögeln sind im Gebiet rund 123 Arten zu finden, unter ihnen der Flug-Steamer-Duck (Tachyeres patachonicus), der Kondor (Vultur gryphus) und der Magellan-Specht (Campephilus magellanicus) hervorzuheben.

Besonders interessante Tierarten

Säugetiere:

  • Huemul: Der gefährdete südandine Hirsch — auf dem chilenischen Wappen und im Nationalpark Hornopirén präsent
  • Pudú: Das kleinste Hirsch der Welt, versteckt im Unterholz
  • Puma: Chiles größte Raubkatze — im gesamten Parkgebiet vorhanden
  • Güiña: Die kleinste Wildkatze Amerikas — sehr selten zu sehen
  • Coipo: Südamerikanischer Sumpfbiber in den Feuchtgebieten und Flüssen

Vögel (Auswahl aus 123 Arten):

  • Andenkondor: Majestätisch über den Gipfeln kreisend
  • Magellan-Specht: Größter Specht Südamerikas mit rotem Kopf — im Alerce-Wald zu hören
  • Flug-Steamer-Duck (Quetru Volador): Einer der wenigen fliegenden Steamer-Ducks — in den Fjorden

Die Thermalquellen: Belohnung nach dem Regen

Das Umfeld des Parks birgt mehrere natürliche Thermalquellen, die zu den Highlights der Region gehören:

Termas de Porcelana: Die bekanntesten und spektakulärsten Thermalquellen der Region. Nur per Kajak oder Boot zugänglich — mitten in einem unberührten Fjord gelegen. Das heiße Quellwasser fließt direkt ins eiskalte Fjordwasser und schafft perfekte natürliche Badebecken. Lokale Bootsveranstalter in Hornopirén organisieren Tagestouren.

Termas del Volcán Hornopirén: Natürliche Quellen in der Nähe des Vulkans Hornopirén — zugänglich per Wanderung oder Kajak.

Tipp: Informieren Sie sich in Hornopirén bei lokalen Veranstaltern über aktuelle Zugänglichkeit und Touren zu den Thermalquellen. Diese sind abhängig von Wetter- und Gezeitenbedingungen.

Anreise: Die Fähre ist Teil des Abenteuers

Der Zugang erfolgt über die Carretera Austral von Puerto Montt bis Caleta La Arena, dann eine Überfahrt über den Reloncaví-Sund nach Caleta Puelche, danach weiter auf derselben Straße bis Hornopirén. Die Gesamtstrecke beträgt 107 km. Ab Hornopirén geht es über eine Straße Richtung Park ca. 10 km bis zum Río León und von dort auf einem Wanderweg 6,8 km bis zur Parkgrenze — insgesamt ca. 4 Stunden Gehzeit. Mit öffentlichem Transport fahren Kemelbus und Buses Hornopirén von Puerto Montt nach Hornopirén (ca. 4 Stunden).

Schritt für Schritt von Puerto Montt

1. Puerto Montt → Caleta La Arena (ca. 45 km) Fahrt auf der Carretera Austral in Richtung Süden. Asphaltstraße in gutem Zustand.

2. Fähre La Arena → Caleta Puelche (ca. 30 Minuten) Die Fähre überquert den Reloncaví-Sund. Fährt regelmäßig — Wartezeiten möglich besonders in der Hochsaison. Die Überfahrt mit Blick auf den Reloncaví-Vulkan ist bereits ein Highlight der Reise.

3. Caleta Puelche → Hornopirén (ca. 45 km) Weiterfahrt auf der Carretera Austral. Ab hier beginnt das nordpatagonische Ambiente.

4. Hornopirén → Chaqueihua Alto (ca. 10 km) Letzte Etappe auf einer Schotterstraße bis zum Wanderweg-Startpunkt.

5. Chaqueihua Alto → Parkgrenze (6,8 km, ca. 4h) Zu Fuß durch dichten Alerce-Wald bis zur Parkgrenze.

Per Bus: Kemelbus und Buses Hornopirén verbinden Puerto Montt täglich mit Hornopirén (ca. 4 Stunden). Ab Hornopirén zum Park mit lokalem Taxi oder Mietwagen.

Hornopirén: Das Dorf am Parktor

Das kleine Dorf Hornopirén ist Ausgangspunkt für alle Parkaktivitäten und bietet:

  • Einfache Unterkünfte (Hostels, Cabañas, Camping)
  • Lokale Restaurants mit Meeresfrüchten
  • Bootsveranstalter für Thermalquellen-Touren
  • Kleine Supermärkte für Proviant
  • Erste Hilfe: Consultorio de Hornopirén, 19,7 km vom Park

Wichtig für die Weiterreise: Von Hornopirén fährt eine weitere Fähre nach Caleta Leptepu — Ausgangspunkt für die Weiterfahrt auf der Carretera Austral in Richtung Süden nach Chaitén und weiter in die Patagonia.

Praktische Informationen

  • Eintritt: Kostenlos — Registrierung beim Parkranger am Eingang
  • Öffnungszeiten: Sendero Chaqueihua: Einlass 10:00–16:30 Uhr (Tagestour), bis 12:00 Uhr (Übernachtung). Sektor Río Blanco: 9:00–16:30 Uhr
  • Camping: Am Lago General Pinto Concha — einfache Einrichtungen
  • Keine Feuerstellen erlaubt — auch kein Gaskocher, keine Zigaretten
  • Keine Drohnen, keine Haustiere
  • Mobilfunk: Schwaches bis kein Signal im Park
  • CONAF Los Lagos: loslagos.oirs@conaf.cl / Tel. +56 65 2 486115
  • CONAF Área Hualaihué: Libertador B. O’Higgins s/n, Hualaihué / Tel. +56 652217297

Beste Reisezeit

CONAF empfiehlt, den Park vorzugsweise von November bis März zu besuchen.

November–März (empfohlen): Stabilstes Wetter der Region, wärmste Temperaturen (12–18°C), längste Tage, aktive Tierwelt.

Dezember–Februar: Hochsaison — mehr Besucher, aber auch maximale Tageslänge und beste Fernsicht auf Vulkane.

April–Oktober: Außerhalb der Saison. Sehr hohe Niederschläge, kühlere Temperaturen, aber kaum andere Besucher. Der Alerce-Wald ist im Regen von besonderer Intensität — für erfahrene Wanderer ein ganz besonderes Erlebnis.

Wetter-Realität: Hornopirén liegt in einer der regenreichsten Regionen Chiles. Regen ist zu jeder Jahreszeit möglich — manchmal tagelang. Wasserdichte Ausrüstung ist keine Option, sondern Pflicht.

Kombinieren Sie Hornopirén mit diesen Parks

Nationalpark Pumalín Douglas Tompkins (weiter südlich auf der Carretera Austral): Der nächste große Park auf der Route südwärts — spektakuläre Alerce-Wälder, Vulkane und Thermalquellen.

Nationalpark Alerce Andino (ca. 70 km nördlich bei Puerto Montt): Weiterer Alerce-Schutzpark — ideal als Kombination.

Nationalpark Vicente Pérez Rosales (ca. 100 km nördlich): Der klassische Seenregion-Park mit Osorno-Vulkan und Todos los Santos See.

Der Nationalpark Hornopirén ist einer der unterschätztesten Parks Chiles. Fast 9.000 Hektar uralte Alerce-Wälder, 3.000 Hektar Gletscher, 123 Vogelarten — und kostenloser Eintritt. Wer die Carretera Austral bereist, kommt hier fast zwangsläufig vorbei. Wer bleibt, versteht, warum Patagonien süchtig macht.

Alle Aktivitäten

WandernCampingFotografieKayakingVogelbeobachtungThermalquellen

Anreise

Von Puerto Montt über die Carretera Austral bis Caleta La Arena, dann Fähre über den Reloncaví-Sund nach Caleta Puelche (ca. 30 Min), weiter bis Hornopirén (Gesamtfahrt ca. 4h). Ab Hornopirén: 10 km bis Chaqueihua Alto (Parkeingang), dann 6,8 km Wanderweg bis Parkgrenze (ca. 4h Gehzeit). Busse: Kemelbus und Buses Hornopirén ab Puerto Montt (ca. 4h).

Budget-Übersicht

Budget

Camping + Selbstverpflegung

~$30–50/Tag

Komfort

Hostel + Restaurants

~$80–150/Tag

Luxus

Lodge + Vollservice

~$300+/Tag