Öffnungszeiten
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Beste Reisezeit
Oktober – November
Schwierigkeit
🥾🥾 Mittel
Aktivitäten
Wandern, Camping
Der Nationalpark Huerquehue wurde am 9. Juni 1967 gegründet und umfasst 12.500 Hektar in der Provinz Cautín, Gemeinden Pucón und Cunco. "Huerquehue" bedeutet im Mapudungún "Ort der Boten". Er ist Teil der UNESCO-Biosphärenreserve Araucarias seit 1983 und eines der ältesten Schutzgebiete Chiles — seine Geschichte reicht bis 1912 zurück. Fünf offizielle Wanderwege führen zu Bergseen, Araukarienwäldern und spektakulären Aussichten. 22 Campingplätze mit Duschen stehen zur Verfügung. Nur 35 km von Pucón entfernt.
Der Ort der Boten — eines der ältesten Schutzgebiete Chiles
“Huerquehue” bedeutet im Mapudungún “Ort der Boten.” Der Park ist eines der ältesten Schutzgebiete des Landes. Seine Geschichte reicht bis ins Jahr 1912 zurück, als der Parque Benjamín Vicuña Mackena — zunächst Colico genannt — mit 265.000 Hektar Ausdehnung gegründet wurde, innerhalb derer sich die heutigen Parkflächen befanden. Am 9. Juni 1967 wurde er offiziell als Nationalpark Huerquehue mit der aktuellen Fläche von 12.500 Hektar gegründet.
Und seit 1983 ist er Teil der UNESCO-Biosphärenreserve Araucarias — derselben, zu der auch der Nationalpark Conguillío gehört.
Nur 35 km von Pucón entfernt ist Huerquehue der zugänglichste Araukarienparkchiles. Aber Zugänglichkeit bedeutet hier nicht Banalität. Die neun Bergseen, die jahrtausendealten Araukarienbäume und die Aussicht auf den Villarrica-Vulkan machen diesen Park zu einem der schönsten der gesamten Seenregion.
Die fünf offiziellen Wanderwege
Der Park verfügt über ein Netz von Wanderwegen: Los Lagos, Integración, Quinchol, San Sebastián und Ñirrico.
⚠️ Wichtiger Hinweis: Gesperrte Wege
Zur Sicherheit der Besucher sind die Senderos Quinchol und San Sebastián bis zum 15. Dezember 2026 gesperrt. Bitte prüfen Sie vor Ihrer Reise den aktuellen Status unter pasesparques.cl oder conaf.cl.
Sendero Los Lagos ⭐ Hauptroute (mittel)
Der klassische Weg des Parks — und einer der schönsten Tagesausflüge der gesamten chilenischen Seenregion.
Länge: 10,8 km. Dauer (Hinweg): 4 Stunden. Schwierigkeit Sommer: mittel. Schwierigkeit Winter: leicht. Risiken: Schneeakkumulation (Juni–September).
Der Weg im Detail:
Der Sendero Los Lagos steigt vom Parkeingang am Lago Tinquilco (720 m) durch dichten Coigüe- und Araukarienwald kontinuierlich an. Nach ca. 2 Stunden erreicht man die ersten Hochseen:
- Lago Los Patos (1.050 m): Der erste der Hochseen — umgeben von Araukarien, deren Spiegelungen im stillen Wasser ein unvergessliches Fotomotiv bieten
- Lago Toro (1.100 m): Etwas größer, von alten Araukarienstämmen gesäumt
- Lago Huerquehue (1.150 m): Der größte der oberen Seen mit Blick auf die umliegenden Bergketten
Am Lago Huerquehue angekommen, öffnet sich der Wald und gibt den Blick frei auf die Araukariensavanne der Hochlagen — uralte Bäume in weitem Abstand, wie eine natürliche Kathedrale.
Tipp: Starten Sie so früh wie möglich — 8:30 Uhr Parkeinlass nutzen. Im Sommer füllt sich der Park schnell, und die ersten Stunden morgens sind magisch ruhig.
Sendero Integración (leicht)
Länge: 340 m. Dauer: 15 Minuten. Schwierigkeit: leicht.
Der kürzeste Weg des Parks — ein Verbindungsweg am Parkeingang, barrierefrei und ideal für alle, die die Atmosphäre des Parks ohne großen Aufwand erleben möchten.
Sendero Ñirrico (leicht)
Länge: 828 m. Dauer: 30 Minuten. Schwierigkeit: leicht.
Ein kurzer, schöner Weg durch Ñirre-Wälder (Nothofagus antarctica) — besonders im Herbst spektakulär, wenn sich das Laub rot und orange färbt.
Sendero San Sebastián (schwer) — GESPERRT bis 15.12.2026
Länge: 3,1 km. Dauer: 2 Stunden. Schwierigkeit: schwer.
Anspruchsvoller Weg mit steilen Abschnitten und spektakulären Aussichten. Derzeit bis Dezember 2026 gesperrt.
Sendero Quinchol (mittel) — GESPERRT bis 15.12.2026
Länge: 3 km. Dauer: 2 Stunden. Schwierigkeit: mittel.
Führt zu einem Aussichtspunkt mit Panoramablick über den Lago Caburgua und den Villarrica-Vulkan. Derzeit bis Dezember 2026 gesperrt.
Die Araukarie: Warum dieser Park besonders ist
Aufgrund der Höhenunterschiede ist es möglich, Wälder aus Araukarie (Araucaria araucana), Lenga (Nothofagus pumilio), Coigüe (Nothofagus dombeyi) und Mañío (Podocarpus nubigenus) zu finden.
Das Zusammenspiel dieser vier Waldtypen auf engem Raum macht Huerquehue botanisch besonders interessant:
- Araukarie (2.000–3.000 Jahre alt): In den Hochlagen ab ca. 900 m — majestätisch, prähistorisch, unverwechselbar
- Coigüe: Immergrüne Südbuche in den tieferen, feuchteren Lagen — schafft das dichte grüne Dach am Parkeingang
- Lenga: Laubbuche der Hochlagen — im Herbst (März–Mai) spektakuläre Rotfärbung
- Mañío (Podocarpus nubigenus): Seltene endemische Steineibe — in den mittleren Lagen
Fauna: Das lebende Fossil und seine Begleiter
Der Park schützt Säugetiere wie Pudú, Zorro Culpeo (Lycalopex culpaeus), Zorro Chilla (Lycalopex griseus), Coipo (Myocastor coipus), Chingue (Conepatus chinga), Puma (Puma concolor) und Monito del Monte (Dromiciops gliroides). Bei den Vögeln fallen Kondor (Vultur gryphus), Schwarzspecht (Campephilus magellanicus), Hued Hued (Pteroptochos tarnii), Chucao (Scelorchilus rubecula), Aguilucho (Geranoaetus polyosoma) und Peuco (Parabuteo unicinctus) auf. Auch verschiedene Reptilien und Amphibien sind vorhanden: Liolaemus-Eidechsen, Darwin-Frosch (Rhinoderma darwinii) und der Vieraugen-Frosch (Pleurodema thaul).
Besonders interessante Arten
Monito del Monte — das lebende Fossil: Das vielleicht faszinierendste Tier des Parks ist das kleinste Beuteltier Südamerikas — der Monito del Monte (Dromiciops gliroides). Kleiner als eine Maus, näher mit australischen Beuteltieren als mit südamerikanischen Säugetieren verwandt und ein Überlebender aus der Zeit, als Südamerika und Australien noch durch die Antarktis verbunden waren. Bei Nachtwanderungen und in der Dämmerung besteht eine realistische Chance auf eine Sichtung.
Darwin-Frosch: Das Männchen trägt die Kaulquappen in seinem Kehlsack bis zur vollständigen Metamorphose. Bei feuchtem Wetter auf den Wegen zu finden.
Puma: Auch in Huerquehue präsent — Spuren werden regelmäßig gefunden. Direkte Sichtungen sind selten, aber möglich.
Chucao: Der rote, scheue Waldvogel mit unglaublich lautem Ruf ist der akustische Begleiter jeder Wanderung. Kaum zu sehen, überall zu hören.
Kondor: Kreist regelmäßig über den oberen Lagen des Parks.
Camping: Komfort im Nationalpark
Der Park verfügt über einen Campingbereich mit 22 Zeltplätzen, einem Kochunterstand, Waschgelegenheiten, Parkplätzen, Toiletten und Duschen mit warmem Wasser. Die Nutzung der Plätze erfordert keine Vorabreservierung — Plätze werden nach der Reihenfolge des Eintreffens vergeben.
Das ist selten in Chiles Nationalparks! Duschen mit warmem Wasser und keine Reservierungspflicht — Huerquehue ist für Camper besonders komfortabel. Kommen Sie früh, um einen Platz zu sichern.
Camping-Ausstattung laut CONAF:
- 22 Zeltplätze
- Kochunterstand (kein offenes Feuer erlaubt — nur im designierten Bereich)
- Waschgelegenheiten
- Toiletten und Duschen mit warmem Wasser
- Parkplätze
Lago Tinquilco: Der See am Parkeingang
Der Lago Tinquilco ist der erste See, den Besucher beim Betreten des Parks sehen. Er liegt auf 720 m Höhe, ist von Coigüe-Wäldern umgeben und bietet spektakuläre Reflexionen der umliegenden Berge bei Windstille. Das Parkbesucherzentrum, die Camping-Infrastruktur und der Start der Wanderwege liegen alle am Ufer des Tinquilco.
Bei einem frühen Morgenbesuch — wenn der Morgennebel noch über dem See liegt und die ersten Sonnenstrahlen die Araukarienkronen vergolden — verstehen Sie sofort, warum Huerquehue zu den schönsten Parks Chiles gehört.
Pucón: Die perfekte Basis
Pucón ist eines der beliebtesten Reiseziele der chilenischen Seenregion — und ideal als Ausgangspunkt für Huerquehue:
- Entfernung: Nur 35 km (ca. 45 Minuten Fahrt)
- Übernachtung: Breites Angebot von Budget-Hostels bis Boutique-Hotels
- Restaurants: Gute Auswahl, auch internationale Küche
- Aktivitäten: Villarrica-Vulkan-Besteigung, Rafting, Thermalbäder
Tipp für Pucón: Besuchen Sie Huerquehue morgens (früh starten!) und erkunden Sie nachmittags Pucón — so vermeiden Sie sowohl die Parküberfüllung als auch den Nachmittagsregen.
Anreise: Von Pucón auf der Schotterstraße
Der einzige Zugang ist der Weg von Pucón nach Caburgua mit Abzweigung zum Ort Paillaco. Die letzten 8 km bis zum Park sind Schotterstraße. Der Park liegt 135 km von Temuco entfernt.
Mit dem Mietwagen (empfohlen): Von Pucón: Richtung Lago Caburgua fahren, Abzweigung Paillaco nehmen. Die letzten 8 km auf Schotter sind bei Regen rutschig — vorsichtig fahren. Normale PKW sind ausreichend, kein 4x4 nötig.
Mit Transferbus: In der Hochsaison (Dezember–Februar) fahren regelmäßige Transferbusse ab Pucón-Zentrum. Preise und Zeiten bei lokalen Tourismusbüros erfragen.
Mit Taxi: Taxifahrten ab Pucón zum Parkeingang ca. 15.000–20.000 CLP. Rückfahrt vereinbaren oder Busverbindung klären.
Praktische Informationen
- Eintritt: 7 USD (ca. 6.650 CLP) — Tickets über pasesparques.cl
- Öffnungszeiten: Aktuelle Zeiten unter pasesparques.cl prüfen
- Camping: 22 Plätze, keine Reservierung nötig, nach Ankunftsreihenfolge
- Duschen: Warmwasser verfügbar ✅
- Senderos Quinchol + San Sebastián: Gesperrt bis 15.12.2026
- Keine Feuerstellen, keine Drohnen, keine Haustiere
- Parkadministrator: Mauricio Barra
- E-Mail: parque.huerquehue@conaf.cl
Beste Reisezeit
Oktober–März (Hauptsaison): Stabilstes Wetter, angenehme Temperaturen (12–22°C), alle Wanderwege (außer gesperrte) offen, längste Tage.
Dezember–Februar: Hochsaison. Warm, viele Besucher. Früh kommen für einen Campingplatz. Lago-Tinquilco-Spiegelungen am schönsten bei Morgenstille.
März–Mai (Herbst): Weniger Besucher, spektakuläre Lenga-Herbstfarben (rot, orange, gelb), dramatisches Licht für Fotografen — eine der schönsten Jahreszeiten.
Juni–September: Schneeakkumulation auf Wanderwegen möglich. Nur geübte Winterwanderer. Sendero Los Lagos im Winter: leicht (weniger Besucher, verschneite Araukarien — magisch).
Kombinieren Sie Huerquehue mit diesen Parks
Nationalpark Villarrica (ca. 25 km westlich): Der aktive Villarrica-Vulkan mit Besteigungsmöglichkeit — das natürliche Pendant zu Huerquehues Seen.
Nationalpark Conguillío (ca. 70 km nördlich): Llaima-Vulkan, Lavafelder und die dichtesten Araukarienwälder Chiles — 2-Tages-Trip von Pucón aus.
Nationalpark Tolhuaca (ca. 80 km nördlich): Thermalquellen, Wasserfall Malleco und Araukarienwälder — weniger bekannt und weniger frequentiert.
Der Nationalpark Huerquehue ist der Beweis, dass Zugänglichkeit und Wildheit sich nicht ausschließen. 35 Minuten von Pucón und Sie stehen zwischen Bäumen, die über tausend Jahre alt sind, an Seen, die man nur zu Fuß erreicht. Das ist Huerquehue — “der Ort der Boten” — und er hat eine Botschaft: Diese Araukarienwälder sind einmalig auf der Welt. Schützen Sie sie.
Alle Aktivitäten
Anreise
Von Pucón auf dem Weg nach Caburgua, Abzweigung Richtung Paillaco. Die letzten 8 km bis zum Park sind Schotterstraße. Gesamtfahrt ab Pucón: ca. 35 km (45 Min). In der Hochsaison Transferbusse ab Pucón verfügbar. Ab Temuco: 135 km.
Budget-Übersicht
Budget
Camping + Selbstverpflegung
~$30–50/Tag
Komfort
Hostel + Restaurants
~$80–150/Tag
Luxus
Lodge + Vollservice
~$300+/Tag
⚠️ Sicherheitshinweise
Senderos Quinchol und San Sebastián sind bis 15. Dezember 2026 gesperrt. Schneeakkumulation auf Wanderwegen Juni–September möglich. Wanderstöcke empfohlen. Keine Feuerstellen erlaubt — auch kein Gaskocher, keine Zigaretten. Keine Drohnen, keine Haustiere. Zecken möglich — Hosen in Socken stecken.
🎒 Was mitnehmen
Wanderstöcke für die Anstiege, Trinkwasser (min. 2L), Sonnenschutz und Hut, leichter Regenschutz, warme Schicht für den Abend, Insektenschutz, Zeckenschutz. Wanderschuhe (wasserfest) unbedingt — Wege können matschig sein.